Eingemeindung

Die erste Eingemeindung der Stadt Zürich datiert vom 1. Januar 1893. Vor diesem Zeitpunkt war Zürich identisch mit der heutigen Altstadt, die damals rund 28 000 Einwohner zählte. Damals kamen elf Aussengemeinden zur Stadt Zürich.

Nach dem ersten Weltkrieg geriet die Stadt Zürich in erhelbiche finanzielle Schwierigkeiten. Dadurch stagnierten die Bestrebungen für eine zweite Eingemeindung.

Zitat aus 'Zürich 1934 - 1984: 50 Jahre Eingemeindung', Seiten 13ff

"Am 15. Februar 1925 konstituierte sich ein Intitiativkomitee. Dieses bestand hautpsächlich aus Präsidenten von Vororten, die die Eingemeindungsfrage mit einer Intitiative zur Entscheidung bringen wollten. Das Begehren wurde von rund 25 000 Bürgern unterzeichnet. Vorbehaltlos traten die Gemeinderäte der meistbedrängten Vororte Affoltern, Schwamendingen, Seebach, Albisrieden und Altstetten sowie Witikon für die Eingemeindung ein. Zurückhaltender war der Gemeinderat des wohlhabenden Oerlikon. Der Gemeinderat von Höngg empfahl, sich mit einem Finanzausgleich zu begnügen. Entschieden ablehnend verhielten sich die Gemeinderäte der Seegemeinden Kilchberg und Zollikon. (...)

Unter Namensaufruf sprachen sich 94 Stimmen für und 110 Stimmen gegen die Intitiative aus, die nach einem lebhaften Abstimmunskampf am 12. Mai 1929 auch vom Zürchervolk mit 74 897 Nein gegen 59 214 Ja verworfen wurde. (...) In der Volksabstimmung vom 29. September 1929 wurde auch der Finanzausgleich mit 48 879 Nein zu 47 597 Ja knapp verworfen. Damit stand die Eingemeindungsfrage erneut zur Diskussion. (...)

Der Regierungsrat legte am 14. Juni 1930 dem Kantonsrat den Entwurf zu einem Gesetz über den Finanzausgleich und über die Zuteilung der vier Vorortsgemeinden Albisrieden, Altstetten, Höngg und Witikon vor. In der Debatte wurde vor allem bedauert, dass die vier Glattalgemeinden nun doch nicht eingemeindet werden sollten. Schliesslich aber fand ein Kompromiss 'Finanzausgleich und Eingemeindung von acht Vororten in einem einzigen Gesetz' Anklang. (...) Die Volksabstimmung vom 5. Juli 1931 ergab denn auch eine eindeutige Mehrheit von 69 967 Ja gegen 33 544 Nein. (...) Es darf nochmals betont werden, dass alle acht Vororte ihre Zustimmung gaben: Seebach beispielsweise mit 98,9 % (...) die Stadt selbst pflichtete mit einer Mehrheit von 74.9% bei." (...)

Walter Baumann, Seite 25:

"In der Neujahrsnacht 1934 wuchs Zürich von 264 043 Einwohnern auf 312 141 an, das Stadtgebiet vergrösserte sich auf fast das Doppelte. Gleichzeitig trat die neue Gemeindeordnung in Kraft, die das Stadtgebiet in elf Verwaltungskreise und fünf Schulkreise einteilte. Der grosse Stadtrat wurde in Gemeinderat umbenannt und nicht mehr nach der Zahl der Einwohner berechnet, sondern auf 125 Mitglieder festgelegt. Damit erhielt Zürich eines der grössten Gemeindeparlamente Europas."


Quelle: Zürich 1934-1985: 50 Jahre Eingemeindung, Präsidialabteilung der Stadt Zürich, 1984

Zurück zum Textanfang